VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion Solothurn
VCS / ATE / ATA

Eine Verhaltensänderung in der persönlichen Mobilitätsmittelwahl ist dringend nötig

Sowohl in Solothurn, wie auch in Olten wird zurzeit über Parkierungsreglemente debattiert und gestritten – in Solothurn anlässlich der momentan laufenden öffentlichen Mitwirkung zur Gesamtrevision der Ortsplanung und in Olten anlässlich der vom Mobilitätsplan Olten (MPO) ausgelösten Revision des Parkierungsreglementes.

Sowohl in Solothurn, wie auch in Olten wird zurzeit über Parkierungsreglemente debattiert und gestritten – in Solothurn anlässlich der momentan laufenden öffentlichen Mitwirkung zur Gesamtrevision der Ortsplanung und in Olten anlässlich der vom Mobilitätsplan Olten (MPO) ausgelösten Revision des Parkierungsreglementes.
Am 16. Oktober und am 30. Oktober konnte man in der Solothurner Zeitung lesen, dass Parkplatzgebühren keine Wirkung auf die Verkehrsmittelwahl hätten, und es wurde auf Studien einerseits von Bundesämtern und andererseits auf jene des Detailhandelsverbandes Espace Mobilité verweisen. Ein Baujurist und der Geschäftsführer vom Detailhandelsverband Espace Mobilité kamen zu Wort. Dass ihre Aussagen nicht partei- und vor allem interessenneutral sind, ist zu erwarten. Die Thematik Parkplatzgebühren wurde bis jetzt also nur von Interessenvertretern beleuchtet.

Parkplatzgebühren sollen Bagatellfahrten vermeiden
Die vom Bundesamt für Umwelt in Auftrag gegebene Wirkungsanalyse sagt jedoch klar aus, dass lenkungswirksame Parkplatzgebühren – also eben ab einer gewissen Höhe und ab der ersten Minute erhoben – wirken. Es geht nicht darum, dass niemand mehr mit dem Auto einkauft, sondern es geht darum, dass eine Verlagerung der Bagatellfahrten in den dafür geeigneten Fällen geschieht. Hier ist bekanntlich ein erhebliches Umsteigepotenzial vorhanden. Genau mit diesem Potenzial und ergänzt mit einem attraktiven ÖV-Angebot möchten Olten und auch die Stadt Solothurn ihre Verkehrsprobleme in den Griff bekommen.

VCS befürwortet die Bestrebungen von Olten und Solothurn
In der Mitwirkung zum Mobilitätsplan Olten in Bezug auf das Parkierungsreglement äusserte sich der VCS folgendermassen: Der Vorsatz muss sein: «Sparsam mit dem Raum umgehen». Das heisst, dass eine konsequente Bewirtschaftung der öffentlichen Parkplätze zwingend ist. Für das Gewerbe könnte das bedeuten, dass gleich viele Kunden mit weniger Parkplätzen bedient werden, indem die Parkierungsdauer der Kunden dank der Bewirtschaftung kürzer wird. Der VCS unterstützt diese Push-Massnahme natürlich auch, um eine Änderung im Mobilitätsverhalten auszulösen. Öffentlich zugängliche Parkplätze können mit einer Bewirtschaftung unattraktiver gemacht werden und so das Mobilitätsverhalten beeinflussen.
In der Mitwirkung zur Ortplanrevision in Solothurn zeigte sich der VCS einverstanden mit den Zielen, welche mit der aktuellen Ortplanung verfolgt werden, besonders mit dem Leitsatz zu «Gleiche Chancen in der Mobilität: Solothurn wird als eine Stadt der kurzen Wege gefördert. Das Mobilitätsangebot ermöglicht gleiche Chancen für alle Verkehrsteilnehmenden.» Dazu möchten wir vor allem auf das hohe ungenutze Potenzial des Langsamverkehrs (Fuss- und Veloverkehr) hinweisen. Die Förderung insbesondere des Veloverkehrs kann massgebend mithelfen den raumintensiven Autoverkehr zu reduzieren.
Der VCS unterstützt die Bestrebungen der beiden Städte. Eine Parkplatzbewirtschaftung kann zu einem Umdenken im eigenen Mobiltätsverhalten führen, es können Bagatellfahrten verhindert werden und dies gibt mehr Fläche für jenen Verkehr, welcher nicht umgelagert werden kann. Im Gegenzug braucht es aber Anreize, um das Mobilitätsverhalten zu ändern. Das Potenzial des Langsamverkehrs kann nur ausgeschöpft werden, wenn die Infrastruktur entsprechend ausgebaut ist. Nur sichere, direkte und attraktive Verbindungen werden auch entsprechend genutzt und können auch Autofahrende zum Umsteigen bewegen. Eine Verhaltensänderung in der persönlichen Mobilitätsmittelwahl ist eine sehr grosse Herausforderung. Auch der Verkehrsexperte Thomas Sauter-Servaes unterstreicht dies mit seiner Aussage: Es brauche Zuckerbrot und Peitsche, damit sich etwas bewege.